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Johanna Sinisalo: Iron Sky – Renate und die Mondnazis

Johanna Sinisalo

Iron Sky – Renate und die Mondnazis

Renaten tarina, 2017, Iron Sky Universe

Tropen, Stuttgart, 23.03.2019, 490 S., Paperback

ISBN-13: 978-3608501582

Der Hype um „Iron Sky“ begann bereits 2012, als der Finne Timo Vuorensola seinen Film auf der Berlinale vorstellte. Die Inspiration dazu entstammte der Sauna – auch mir ist dort schon das eine oder andere eingefallen. Im März 2019 startete Teil 2, aufgepeppt mit Echsenwesen. Da liegt es wohl nahe, auch ein Buch zu vermarkten.

Angekündigt war dieses bereits 2018. Nun, da ich den Titel vorliegen habe, wage ich mir vorzustellen, dass es für alle beteiligten Seiten nicht einfach gewesen sein kann, ihn herauszubringen.

Von der Autorin, Johanna Sinisalo, geboren 1958 im finnischen Lappland, hat man hierzulande noch nichts gelesen. Mag ja sein, dass sie sechsmal den Atorox Prize und dreimal den Kemi National Comic Strip-Wettbewerb gewonnen hat – Glückwunsch, doch mir bedeutet das wenig.

Gleichviel – ich denken, dass sie wirklich gut ist. Ich denke (und das muss nicht stimmig sein), sie hätte ihre Aufgabe sehr viel besser erledigen können, denn zwei Drittel des Buches lesen sich recht angenehm und schnurrig. Spätestens mit dem letzten Drittel fährt sich die Geschichte allerdings komplett an die Wand. So etwas fällt mir stets schwer zu verzeihen. Und zum „weißen Neger (hier nicht Wumbaba)“, verkneife ich mir besser jeglichen Kommentar. Eindeutig wurde hier während des Aufgusses das Falsche getrunken. Auch ist das Ende (ohne spoilern zu wollen) alles andere als „witzig und absolut skurril“, wie vom Klappentext verheißen. Der längere „amazon“-Klappentext ist leider nur eines: konfus, deshalb werde ich ihn nicht wiederholen.

Seiner Natur nach ist „Iron Sky“ trotzdem so schön bekloppt, dass mich der Stoff zur Rezension reizte. Die Idee besagt, dass die letzten SS- und SA-Größen nach dem Fall Berlins solange in der Antarktis unterschlüpften, bis es ihnen gelang, den ersten bemannten Raumflug zum Mond zu starten. Dort bauten sie (natürlich auf der dunklen Seite) die hakenkreuz-förmige Festung „Schwarze Sonne“. Hin und wieder fliegt man zu Erde und löst damit ganz nebenbei den Ufo-Wahn á la „Roswell“ aus.

Dort wächst die jetzige Heldin und Ich-Erzählerin des Buches, Renate Richter, auf. Bis auf Seite 207 geht es nur darum, die dortige Gesellschaftsform zu schildern, die Prozesse, die zur Emanzipation dieses Mädchens führen. Diesen Part fand ich gut gelungen (ohne unmäßig viel Humor zu entdecken). Danach bricht kreatives Chaos aus. Vermutlich wollte man unbedingt mit dem Filmstoff zu Rande kommen.

Ich werde die Geschichte nicht weiter verfolgen. Aus Echsen habe ich mir noch nie viel gemacht.

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