Jenn Lyons: Drachengesänge 1 – Der Untergang der Könige

Jenn Lyons

Drachengesänge 1

Der Untergang der Könige

(The Ruin of Kings. A Chorus of Dragons 1, 2019)

Klett-Cotta, Stuttgard, September 2019

863 Seiten, Hardcover, ISBN-13: 978-3608963410

Verlagsinformation:

Jenn Lyons eröffnet mit »Der Untergang der Könige« ein großes Epos um einen Jungen, der mitten hinein gerät in die Konflikte zwischen Adelshäusern, Zauberern und Dämonen. Hängt von ihm das Schicksal des ganzen Reiches ab? »Erzähl mir eine Geschichte.« Das Ungeheuer machte es sich vor den eisernen Gitterstäben von Kihrins Kerkerzelle bequem.
Und der Junge aus den Elendsvierteln von Quur beginnt zu erzählen. Von seinem Leben als Dieb, von seinem Vater, der Harfe spielte, und ihn mit den Geschichten verschollener Prinzen und ihrer Abenteuer großzog. Davon, wie sein Unglück begann, als ihn ein Prinz für seinen verloren geglaubten Sohn hielt und er von nun an Macht und Intrigen einer Adelsfamilie ausgeliefert war.

Ja, ja, bla, bla – eben das übliche Fantasyzeugs. Leider erfüllt das Werk überdies alle Klischees von Fantasyhassern. Es enthält nicht nur einen Wust von Sprachen, Kulturen und Protagonisten (zu viele Namen), sondern ist überdies auch noch vollkommen unübersichtlich gestaltet. Und dies sage ich als professionelle Leserin, die Fantasy über alles schätzt.

Irgendein schlecht beratener Lektor kam auf den Gedanken, dass sich die erzählte Geschichte und deren Fortsetzung doch eigentlich Kapitel für Kapitel abwechseln könnten. Warum nur? Sollte damit Interesse erzeugt, von den zweifellos vorhandenen Längen und Plattitüden abgelenkt werden?

Wenn ja: dies funktionierte leider nicht. Stattdessen wurde nach Herzenslust gespoilert und für Chaos gesorgt. Bis der Spannungsbogen in den letzten beiden Kapiteln wieder zusammengeführt wurde, hatte selbst ich den Überblick über all die Götter, Zombies, Dämonen und ihre überflüssigen Grausamkeiten verloren. Tatsächlich wollte ich nur noch eines: etwas Vernünftiges zu lesen.