Peter S. Beagle >>In Kalabrien<<

Peter S. Beagle

>>In Kalabrien<<

Gebundene Ausgabe: 164 Seiten

Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1 (10. Februar 2018)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3608962174

ISBN-13: 978-3608962178

Originaltitel: In Calabria

Größe und/oder Gewicht: 12,2 x 2,2 x 19,5 cm

Ein feinsinniger US-Amerikaner ist eigentlich schon ein Widerspruch. Peter Soyer Beagle (* 20. April 1939 in Manhattan, New York) hat jüdische Wurzeln und ist auch sonst ein kleines Wunder. Bereits 1968 gelang ihm sein größter Wurf, der Fantasy-Roman >>Das letzte Einhorn<<.

Wer würde ihn nicht kennen? Der miserable Zauberer Schmendrick, Räuberhauptmannsfrau Molly Groo, die beschwerliche Reise als Menschenfrau Lady Amalthea, nur um die Dummheit und die Boshaftigkeit König Haggards zu besiegen.

Ganz sicher jedoch hat der Autor diese Inspirationen des Öfteren auch verflucht. Denn irgendwie konnte er ihnen sein Leben lang nicht entkommen, selbst wenn er sich als Drehbuchschreiber, Songwriter und Chansonnier betätigte.

Neun Jahre lang wurde nichts von ihm übersetzt. Ich finde das schade, denn Beagle versteht es wie kein anderer, Gefühle darzustellen und den Kitsch zu vermeiden. Nun wagt er es noch einmal, das sagenumwobene Fabeltier zum Leben zu erwecken.

Dabei führt er als erstes die frühchristliche Naturlehre >>Physiologus<< ad absurdum. Denn der rüstige Bauer Claudio Bianchi ist ganz gewiss keine Jungfrau. Auch von Giobella, der jungen Schwester des Postboten, lässt sich dies schwerlich annehmen. Nicht zuletzt ist das in Rede stehende Einhorn tragend …

Claudio erweist sich als herrlicher Einsiedler, in seiner ganzen Art archaisch, wie die Familie, derer er entstammt. Doch Kalabrien ist nicht das Gelobte Land. Hier herrscht die ´Ndrangheta (geschätzes Jahreseinkommen 54 Milliarden Euro), geführt vom König Haggard unserer Tage. Der mag es übrigens gar nicht, wenn man ihn mit der sizilianischen Mafia verwechselt, wie im Klappentext geschehen.

Der Rest der Geschichte ist ein kleines Wunder. Ich kann nur jedermann empfehlen, es selbst zu lesen, davon berührt zu werden.

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