Nickolas Butler: Ein wenig Glaube

Nickolas Butler

Ein wenig Glaube

Ich bin ein Mensch, der lieber weiß, anstatt glaubt. Und so hätte ich wohl niemals zu diesem Titel gegriffen, wenn mich eine nach wie vor liebe Freundin nicht damit schockiert hätte, dass sie den Urknall leugnet und vom Himmelreich träumt. Ich bekam einen Riesenschreck, denn man weiß ja, was das nach sich zieht. Solche Leute sind meistens in Sekten unterwegs und denken ernsthaft, die Welt sei erst 7000 Jahre alt. Zum Glück konnte die Freundin diesen Verdacht in weiteren Gesprächen zerstreuen. Sie gehört lediglich zu den Leuten, die lieber glauben, anstatt zu wissen … Polarität bedingt die Welt und so bemühe ich mich um Toleranz. Doch getreu meinem Motto kaufte ich ein Buch, um zu recherchieren, wie Gläubige so ticken.

Auch zu diesem Zweck ist der Roman Nickolas Butlers hervorragend geeignet. Daneben erhält der geneigt Leser jedoch auch einen „schmerzhaft-schönen Familienroman voller Feingefühl“, wie es der Klappentext formuliert. Spannend ist er auch noch – ein großer Gewinn.

Übrigens wurde Nickolas Butler 1979 in Pennsylvania geboren und wuchs in Wisconsin auf. Dies scheint sein erstes, in Deutsch übersetztes, Buch zu sein. Gerne werde ich noch mehr von ihm lesen.