Kevin Hearne: Die Chronik des Eisernen Druiden bis Teil 4

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51vfn422NOL._AC_SY200_ Kevin Hearne

Die Chronik des Eisernen Druiden

  1. Verhext
  2. Gehetzt
  3. Gehämmert
  4. Getrickst

  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1 (20. Februar 2016)
  • broschiert 384 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608961348
  • ISBN-13: 978-3608961348
  • Originaltitel: Tricked

Eine Reihe zu besprechen, ist nicht so einfach. Deshalb sei mir gestattet, mich zu wiederholen. 2013 brachte ich folgendes zu Papier:

Du meine Güte, heute hätte ich soviel zu erledigen gehabt. Stattdessen saß ich nägelkauend und über vorliegendes Buch gebeugt und… musste es unbedingt noch durchlesen. Die Story erschien mir nicht nur überaus spannend, sondern auch originell. Okay, es sind wieder Vampire und Werwölfe dabei (überraschenderweise auf der Seite des „Guten“), doch der Schwerpunkt liegt auf den alten keltischen Gottheiten.

Vom Autor selbst findet sich im Netz bislang nur Heimatsprachliches. Ein Geburtsdatum wird nicht genannt, doch kann es, nach den erzählten Begebenheiten zu schließen, nur in den 80er Jahren liegen. Rechnet selbst: er war sieben Jahre alt, als in Amerika „Star Wars“ herauskam. (Neuerdings wird 1970 angegeben) Kevin Hearne lebt und arbeitet in Arizona und unterrichtet dort an einer High School Englische Literatur. Ich nehme mal an, zur Freude der Kids, denn der Mann besitzt jede Menge Humor.

Genannter Ezdruide hat sich mit seinem Wolfshund Oberon (welcher spricht, von Pudelhündinnen schwärmt und schrecklich gerne DVD´s guckt) im Südwesten der USA niedergelassen. Er betreibt eine Buchhandlung mit okkulten Schriften und verkauft allerlei magischen Krimskrams. Das liest sich überaus lustig: an Seitenhieben auf die New-Age-Gemeinde und ihre naiven, nachgemachten Weisen wird hier nicht gespart.

Atticus braut sich allerdings Kräutertränke, die es in sich haben: einer davon verhilft ihm dazu, trotz 2.100 Jährchen auf den Buckel wie 21 auszusehen. Davon können selbst Hexen nur träumen. Nachdem er lange auf der Flucht war, in China die waffenlose Kampfkunst erlernte und in Dschingis Khans Heer das Bogenschießen, ist er ein Gegner, mit dem man rechnen muss. Leider hat er Zoff mit dem Großteil seiner alten Götter, seit er das magische Schwert „Fragarach“ an sich brachte. Und die Tuatha de Danann sind nachtragend und können echt fies werden.

Die Bücher zwei und drei brachten noch ganz andere Gottheiten ins Spiel. Selbst Jesus hatte seinen Gastauftritt. Alles las sich höchst vergnüglich. Tatsächlich aber legt Kevin Hearne in seinen vierten Band noch eine „Schüppe drauf“, wie man in meiner Gegend so sagt. „Getrickst“ ist um einiges tiefer, philosophischer angelegt als die Vorgänger – und wird dadurch nicht schlechter. Anstatt von einem Pantheon ins nächste zu hüpfen, lässt sich Atticus O´Sullivan (auch Sterling Silver genannt) mit einem meiner Lieblingsgötter ein: Coyote. Denn der indianische Trickster-Gott ist als einziger bereit, ihm für einen „kleinen Gefallen“ gegen die Asen beizustehen. Kein Wunder, denn Coyote kann wirklich nicht sterben. Wie die nach ihm benannte Comicfigur ist er in der Lage, gänzlich ohne Heilungsprozess selbst aus kleinsten Schnipseln wieder zu erstehen.

Im Pakt mit dem letzten Druiden wird es für ihn tatsächlich erforderlich, diese eindrucksvolle Fähigkeit mehrfach zu beweisen. Die Asen kassieren „Fragerach“ und ziehen ab – nur um der nächsten schrecklichen Gegnerin den Weg zu weisen.

In angenehmer Weise geht es in weiten Passagen des Buches weiterhin um die Kultur der Navajos. Insofern ist es auch ein Tipp für alle, die wie ich „American Gods“ von Neil Gaiman gerne lasen. Und wer Coyote kennt, weiß: ihm ist nicht zu trauen. Und so schnell bekommt er den Hals nicht voll.

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