Evie Manieri – Die zerschlagenen Reiche 1: Blutstolz

Evie Manieris Blog

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Evie Manieri

Die zerschlagenen Reiche 1: Blutstolz

Taschenbuch: 480 Seiten

  • Verlag: Bastei-Lübbe; Auflage: 1. (15. April 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404207521
  • Preis 14 €, bei amazon fast geschenkt

 

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Vorliegender Band ist nur einer aus einer Reihe von Bastei Lübbe einfach scheußlich gestalteter Fantasytiteln.

 

 

Lediglich der Fakt, dass die Leute auf den Covern einigermaßen angezogen erscheinen, unterscheidet sie äußerlich vom Genre „Hausfrauenroman“. Ob diese Rechnung aufgeht? Der Verlagskaufmann wird´s wissen… Mir als Hobbyautorin verhalf er jedenfalls zu der Erkenntnis, dass es nicht immer wünschenswert ist, von einem „richtigen“ Verlag vertreten zu werden.

Trotzdem zog mich die Inhaltsbeschreibung an. Und auf den ersten 100 Seiten löste „Blutstolz“ (der Name eines Schwertes, gleichwohl Programm) das rückseitige Versprechen des SFX Magazine auch ein. Tatsächlich ein fulminanter Start… Danach wähnte ich mich rasch bei Clive Cussler – dabei bin ich gar kein Fan des „schnellen Schnitts“.

Hier ein Wort zur Autorin: Evie Manieri wuchs in Philadelphia auf und studierte Mittelalterliche Geschichte und Theaterwissenschaften in Connecticut. Leider scheint sie dabei wichtige Lektionen verpasst zu haben (so z.B.: „Wie baue ich ein tragfähiges Scenario auf?“). Auch die in sicherlich hehrer Absicht bekannte Vorliebe für Intrigen („Writing about good people making bad choices since 2011“, sh. Blog) hilft dem überforderten Leser nicht wirklich weiter. Das ist schade, denn sie hat wirklich gute Ideen.

So gefielen mir ihre ersonnenen Völker ausgesprochen:

die Nomas mit ihrer fein ausgewogenen Kultur: Männer durchstreifen als Händler die Wüste, die Damen als Fischer (und wie ich mir vorstellen könnte, obwohl es im Buch leider nicht vorkommt: Piraten) die Weltmeere. Man trifft sich (mein Ausdruck) zur Brunftzeit (genauere Angaben fehlen; oder ich habe sie überlesen). Wird eine Frau außerhalb dieser Reihe schwanger, stammt das Baby vom Sonnengott ab (dabei fallen mir durchaus mehrere andere Möglichkeiten ein, was ist mit den Häfen?) Jachad allerdings, ihr regierender König, scheint kein Fake zu sein, kann er doch mit bloßen Händen Flammen erzeugen. Besonders wichtig für die „Blutstolz“-Handlung ist dies allerdings nicht.

Die Shadari: aktuelle Inhaber der „Arschkarte“. Nachdem sie in der Vorzeit bereits ¾ ihrer Kultur einbüßten, weil sie die ihnen innewohnende Magie nicht in den Griff bekamen, wurden sie – wie ich meine, zu allem Überfluss – auch noch wegen ihrer Metallvorkommen überfallen und versklavt. Manieri gelingen hier einige innige Szenen zwischen Sub und Dom, doch die Sklavenrevolte ist nix Halbes und nix Ganzes, lediglich „Rennen, retten, flüchten“, wie der gesamte Mittelteil.

Die Norländer (ho, ho!): Wirklich b-b-böse ist von ihnen nur Lady Frea, doch die hatte eine unglückliche Kindheit. Ansonsten herrlich sinister geraten: diese blaublütigen, weißhaarigen Quasi-Nibelungen leben in ihrer eisigen Heimat gänzlich im Finsteren. Damit das nicht langweilig wird, tragen sie endlose Clankriege aus, bei denen schon mal gerne der Bruder die Schwester erschlägt (oder umgekehrt), um an das Familienschwert zu kommen. Doch die neuen Klingen aus den Kolonien machen das eigentlich überflüssig, werden sie doch mit dem Blut des Besitzers „geweiht“. Sie also sind als „imperiale Klingen“ nicht mehr übertragbar – aber auch das spielt für die Handlung keine Rolle.

Für große Verwirrung bei mir sorgten die fliegenden Reittiere der Norländer. Recht wahllos nennt die Autorin sie mal „Dereshadi“, dann wieder, nach angeblich norländischer Zunge „Triffons“. Im Kampfesgewühl (und davon gibt es eine Menge) werden sie aber auch gerne mit ihren Eigennamen angesprochen. Doch richtig wichtig sind auch sie nicht.

Fazit: Manieri verfolgt zu viele Ideen, setzt diese zu flüchtig um. Kaum ein Protagonist wurde so aufgebaut, dass ich als Leserin an ihm/ihr ehrlich Anteil nahm. Das Auftauchen von Dramasch (der Name ist Programm: deus ex machina) war dann endgültig ein Freak zu viel. Dieses fünfjährige Gör mit Superkräften nervte mich, sobald es um die Ecke kam. Auch die Zerrissenheit der Titelfigur Blendling/ Meiran/ Lahlil wird zwar oft im Munde geführt, doch niemals wirklich vermittelt. Das macht das Buch zum Wimmelbild ohne Tiefe und Perspektive.

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