Dortmund am 17.06.2017, der Euro-Con-Bericht

Dortmund am 17.06.2017, der Euro-Con-Bericht

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Von links: Sabine Seyfarth, Thomas Hofmann, Angelika Herzog, Uwe Lammers


So ein Euro-Con hat eine lange Vorlaufzeit. Diesmal gab es im Vorfeld schon ein saftiges Skandälchen. Und zwar rief Nova-Autor und Übersetzer Michael K. Iwoleit bereits am 14.04. zum allgemeinen Boykott des Selbigen auf. Zunächst, wie es sich las, aus gekränkter Eitelkeit, später vorgeblich politischer Äußerungen des Mitveranstalters Arno Behrend bei Facebook. Denn das Inter-Netz vergisst nix, sacht schon meine Omma. Nun kann man ja geteilter Meinung sein über alles Mögliche – ich selbst bin Ghu-zum-Lobe wenig politisch, bemüht um Offenheit gegenüber dem Allzu-Menschlichen, solange von Andersdenkenden keine Gefahr ausgeht. Dies setze ich voraus bei Arno, den ich gemeinsam mit seiner Frau Gabriele auf dem letzten Hanse-Con als sympathisch kennen lernen durfte.

Auch das SFN-Forum störte sich mit dem Stand vom 22.06. dann auch eher daran, dass Iwoleit offensichtlich den Ringwelt-Klassiker (1970) Larry Nivens nicht mag. Eingeweihte vermuten, dass dies an der miesen deutschen Übersetzung liegt. Trotzdem sind solche Querelen immer sehr bedauerlich.

Iwoleit ist Preisträger. Als solcher mag er nicht in Cafés und Keller-Lokalitäten lesen … Doch über eine VIP-Lounge verfügt der Veranstaltungsort nun mal leider nicht. Ich selbst hätte dort gerne aus der Elektron-Saga vorgetragen, machte jedoch mit Einsicht und unter lediglich minimalem Zähneknirschen Platz für bekanntere Künstler. Wie zum Beispiel für unseren Ex-Apanauten Bernd Robker (Robert Corvus).

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Zu meiner Freude kann man sich mit Bernd nach wie vor ganz locker unterhalten. Dies gilt auch für Wilko Müller jr. wie auch Ute Raasch, mit der ich mir beim letzten Colonia-Con den Tisch teilte (wobei sie sich auf das Verkaufen besser versteht als ich). Nicht die einzigen lieben Bekannten im wie immer toll dekoriertem Gartensaal, doch die „Bude brodelte“ – und Personenerinnerung ist leider kein Schwerpunkt von mir.

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Matthew Kunkel und Ecki Marwitz schafften es sogar mit Foto und englisch-sprachigem Lebenslauf in das Conheft. Beim informellen FAN-Treff (Bild und Teilnehmer am Textanfang), der diesmal tatsächlich am Samstag im Café stattfand, stießen sie leider nicht dazu – die Standwache ging vor, Con-Fakt erwies sich als sehr beliebt.

Da auch ich momentan einem engen Terminplan folge, fand ich nur am Samstag Zeit für den Con (von ca. 9.00 – bis 18.30 Uhr). Neben den erwähnten Schwätzchen ergriff ich die Gelegenheit, einige Programmpunkte zu besuchen. Diese fanden von Freitag, 10 Uhr angefangen bis Sonntag, 16 Uhr in vier Schienen statt, dunkelgrau für rein englischsprachige Beiträge, hellgrau für englisch-deutsch und in deutsch.

Ich frequentierte davon Samstag gegen 10 Uhr zunächst: Space Station Future and Future Space Station mit Matthias Pätzold (mein Dank an Silke Lühr-Jacobsen für die Anregung). Um 12.00 folgte ich Sabine Seyfarth in Ju Honischs Lesung – und war wirklich begeistert, gehört das „Obsidianherz“ doch schon seit langen zu meinen Lieblingsbüchern. Mittlerweile ist der empfohlenen Titel „Schwingen aus Stein“ ebenfalls eingetroffen. Auf dem Con erwies er sich an jedem Büchertisch als ausverkauft.

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Ju Honisch

 

Später ergab sich die Gelegenheit, mit der 1956 geborenen Autorin noch zu plaudern. Eine tolle Frau! Bemerkenswert ist, dass Julianes Englisch muttersprachliche Qualität aufweist, die Con-Gäste waren wirklich begeistert. Sie hat es nicht nur studiert, sondern lebte und arbeitete sogar einige Jahre lang in Irland.

Später am Tag traf ich noch kurz Alexsandar Ziljack. Ungewöhlich für einen 1963 geborenen, zeigte sich der kroatische SF-Autor von der Auswahl unserer Briefmarkenläden schwer enttäuscht. Und Samstag, 15.30 Uhr hatte die Post natürlich auch geschlossen… Schade, bei uns daheim stapeln sich die Alben. Mit den Doubletten hätte man ihm wohl eine große Freude gemacht.

Interessiert lauschte ich im selben Raum noch für gut eine halbe Stunde Dave Hutchinson, bis es Zeit wurde, sich vom Euro-Con 2017 zu verabschieden. Nun hoffe ich sehr, dass das Gerücht, Gaby und Arno würden so etwas nie wieder organisieren wollen, sich als eben solches erweist. Verständlich wäre es immerhin. Natürlich gilt mein Dank (nicht zuletzt für die Möglichkeit, meine Elektron-Saga zu bewerben) auch dem übrigen Orga.Team.

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3 Gedanken zu „Dortmund am 17.06.2017, der Euro-Con-Bericht

  1. Schöner Nachbericht! Ich war ja auch dort und Du hast die Stimmung gut eingefangen. – Aber mal naiv gefragt: Was macht Robert Corvus zu einem internationalem (?) Künstler und nicht einfach zu einem deutschen Autor auf einer Con in Deutschland?

  2. Liebe Nina – im Vergleich mit mir ist Bernd ein gutes Stückchen weiter. Etwas anderes hatte ich nicht gemeint, das „international“ bezieht sich auf den Euro-Con. Mir nötigten die vielen englischsprachigen Gäste viel Respekt ab, deshalb. Übrigens würde ich mich in den nächsten Jahren durchaus gerne auf zu einem Con in Österreich machen, um dort aus der „Elektron-Saga“ vorzulesen. Ist alles eine Frage der Organisation.

  3. Ach so ist das gemeint. Aber ich hatte mich gewundert, denn so sehr ich Robert schätze, als sonderlich international (sprich als typischen Conbesucher außerhalb Deutschlands oder fremdsprachlichen Vortragenden) wahrgenommen. – Es waren gar nicht so viele Gäste tatsächlich aus dem englischsprachigen Raum. Klar, einige Engländer und Iren (Irisch ist ja nicht mehr so die Alltagssprache), ansonsten habe ich Russen, Ukrainer, Polen, Franzosen, Rumänen und Belgier getroffen. Und einen einzelnen Luxemburger, aber der spricht ja auch Deutsch quasi als Muttersprache – Luxemburgisch ist ja eigentlich so wie eine seltsame deutsche Mundart. – Wobei ich war als Österreicherin wohl auch einzeln.

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