Brian Lee Durfee / Die fünf Kriegerengel 1: Der Mond des Vergessens

Brian Lee Durfee

Die fünf Kriegerengel 1: Der Mond des Vergessens

Gebundene Ausgabe: 888 Seiten

Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1 (10. März 2018)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3608961410

ISBN-13: 978-3608961416

Originaltitel: The Forgetting Moon

Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 6 x 22,1 cm

Vorab: die Geschichte ist kein Meisterwerk. Dazu ist der Autor denn doch zu unerfahren, hin und wieder poltert seine Sprache mächtig. Auch ist sie nicht sonderlich innovativ. Doch als solide >>High Fantasy<< der mittelalterlich-europäischen Ausprägung weiß sie den Hunger eines Fans zu stillen: wieder einmal eine fette Schwarte in der erstklassigen Klett-Cotta-Ausstattung. Auch ich habe sie mit Genuss verschlungen.

Reiz bietet unter anderem Durfees Art, aus verschiedener Perspektive zu erzählen. Schauplätze wechseln sich ab – ein armes Küstendorf, eine uralte, verschachtelte Burg u.ä. Die Handlungsstränge verlaufen parallel. Natürlich mit offenem Ergebnis, denn es ist ja erst Band 1.

Der titelgebende >>Mond des Vergessens<< hat nichts mit der Himmelserscheinung des guten alten Trabanten zu tun. Es handelt sich um Poesie, ich gehe später darauf ein.

Befremdlich auch der im Klappentext erwähnte Götterkrieg. Ich entdeckte hiervon keine Spur. Was meiner Meinung nach ausgetragen wird, ist der Konflixt zwischen zwei rivalisierenden Überlieferungen. Für einen Autor, welcher ausgerechnet in Salt Lake City wohnt und schon einmal in >> L. Ron Hubbard Writers of the Future Vol 9.<< reüssierte, eine Wahl, die mich als bekennende Heidin zum Schmunzeln bringt.

Alles in Allem ein >>Best of<< der High Fantasy. Durfee charakterisiert seine fünf Kriegerengel als >>Die Prinzessin, den Gladiator, den Mörder, den Dieb und – am wichtigsten – den Sklaven.<< Ich vermute, dass die Besetzungen dieser Rollen durchaus wechseln. Bereits in Band 1 scheiden Kandidaten aus, ohne traditionelle Nachkommen zu hinterlassen.

Einer der Erzähler ist Nail. Der Leser ahnt rasch, dass es sich bei ihm keinesfalls wirklich um eines der rechtlosen >>Kinder ungewisser Herkunft<< handelt. Leider packt ihn der Krieger Shawcroft allzu hart an, um ihn seiner Bestimmung zuzuführen.

Weiteres erfahren wir von Prinzessin Jondralyn und – eine eigene Welt – ihrer jungen Schwester Tala. Erstere setzt sich mit dem herrschsüchtigen Bruder auseinander. Nach dem Tod der Eltern ist Jovan zu früh König geworden und der Macht keinesfalls gewachsen. Immer mehr gleitet er ab in eine Art Cäsarenwahnsinn.

Jondralyn ist so schön, dass ihr Bild Münzen ziert und schindet sich dennoch, um zur Kriegerin ausgebildet zu werden. Sie folgt den Lehren der >>Mondrollen von Mia<<

Die pubertierende Tala wird von der Assassinengilde der Bluthölzer drangsaliert.

Der Engelsprinz Aeros Raijael will natürlich die Weltherrschaft an sich reißen; das Gottkönigtum noch dazu …

Um die Geschehnisse zusammen zu fassen, zunächst eine Textstelle von Seite 370. Erzählerin ist hier Jondralyn, es geht um die Epistel >>Weg und Wahrheit Laijons<<

>>Engel stiegen zu ihnen hinab und brachten fünf farbige Steine und fünf mächtige Geschenke …<<

Diese werden im Anhang aufgezählt als

>>Der Mond des Vergessens: eine Axt. Dazu der blaue Engelsstein für den Sklaven.

Das Pechschwarze Herz: eine Armbrust. Dazu der schwarze Engelsstein für den Attentäter.

Die einsame Krone: ein Helm. Dazu der grüne Engelsstein für den Gladiator.

Der Schleier der Tugend: ein Schild. Dazu der weiße Engelsstein für den Dieb.

Das Feuer der Sühne: ein Schwert. Dazu der rote Engelsstein für die Prinzessin.<<

Wie gesagt: so poetisch wie dramatisch. Mal schauen, ob es am Ende Sinn ergibt.

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